Wie verhalte ich mich im Notfall?

Heute Abend sind Lena und ihr Freund Paul mit dem Auto unterwegs. Sie wollen zur Party bei ihrer Freundin Sophia. Nach einer Kurve sehen sie ein Auto, das in die Leitplanke gekracht ist.

Sofort erinnert sich Lena an den Erste Hilfe-Kurs bei den Johannitern und wie man sich im Notfall richtig verhält:

Sehen

Auf den ersten Blick

Lena fährt langsam.
Lena und Paul sehen auf den ersten Blick:

Das Auto steht quer auf der Straße.
Es dampft aus der Motorhaube.
Der Fahrer liegt auf dem Lenkrad. Er bewegt sich nicht.
Lena und Paul sehen im Auto keinen anderen Menschen.

Schützen

Eigensicherung und Fremdsicherung

Lena hält ihr Auto weit vor dem Unfallfahrzeug an. Sie fährt ihr Auto ganz an die Seite. Vor dem Aussteigen stellt sie den Warnblinker an. So werden andere Fahrer gewarnt.

Jetzt müssen sie sich selber und die anderen Verkehrsteilnehmer schützen:

Paul und Lena legen die Warnwesten an. So werden sie immer gut gesehen.
Paul schnappt sich das Warndreieck und stellt es vor dem Unfall am Straßenrand auf.

Die Faustregel:
In Metern so weit, wie an Stundenkilometern gefahren werden darf.
Warndreieck und Warnwesten müssen in jedem Auto sein!

Retten

Retten aus dem Gefahrenbereich

Nun kümmern sich beide um den Fahrer.
Zuerst wollen sie den Fahrer an die Seite in Sicherheit bringen. Ansonsten wären alle durch nachfolgende Autos in Gefahr.

Paul öffnet die Tür. Er spricht den Fahrer an.
Aber der Fahrer antwortet nicht.
Darum wollen Lena und Paul den Fahrer gemeinsam aus der Gefahr tragen. Das machen sie mit dem Rautek-Rettungsgriff.

Der Rautek-Rettungsgriff

So rettest du mit dem Rautek-Rettungsgriff:

Beachte den Airbag! Komme nicht mit dem eigenen Körper in den Raum zwischen Lenkrad und Betroffenen!

Schalte den Motor / die Zündung aus!

Ziehe die Handbremse an!

Befreie ggf. ein eingeklemmtes Bein des Betroffenen!

Löse den Sicherheitsgurt oder trenne ihn durch!

Drehe den Betroffenen im Sitz mit dem Rücken zu dir!

Greife unter den Achseln hindurch einen – möglichst unverletzten – Arm mit beiden Händen im Affengriff! (Affengriff: auch die Daumen liegen oben)!

Gehe etwas in die Knie und ziehe dann den Betroffenen darauf.

Der zweite Helfer nimmt die Beine des Betroffenen.

Trage den Betroffenen an eine sichere Stelle! Lagere ihn flach auf eine Rettungsdecke!

Prüfen

Lena spricht den Betroffenen an und rüttelt ihn leicht an der Schulter. Er wacht nicht auf. Aber er atmet. Also ist er bewusstlos. Lena schaut, ob noch Verletzungen zu finden sind.

Aber am wichtigsten ist die Bewusstlosigkeit.

Notruf

In der Zeit hat Paul über das Handy die 112 angerufen. Am Telefon meldet sich eine freundliche, ruhige Stimme. Paul berichtet, was passiert ist.

So machst du einen Notruf

Rufe die 112 an!
Gebe Antworten auf die folgenden W-Fragen!

Wo ist es passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Verletzte / Erkrankte gibt es?

Welche Verletzungen / Erkrankungen konnte ich entdecken?

Warten auf Rückfragen!

Helfen

Gemeinsam legen sie den Bewusstlosen in die stabile Seitenlage.

Die stabile Seitenlage

Der Betroffene liegt auf dem Rücken.

Du kniest neben den Betroffenen.

Du greifst den nahen Arm. Du winkelst den Arm nach oben an.

Du legst den fernen Arm über die Brust.

Du winkelst das ferne Bein an.

Du drehst den Betroffenen auf deine Seite.

Du winkelst das obere Bein an.

Du überstreckst seinen Kopf nach hinten.

Du öffnest seinen Mund.

Du legst eine Rettungsdecke über und unter den Betroffenen.

…und das PAKET!

Dann überlegen Lena und Paul, was aus dem „PAKET“ noch fehlt.

Das gehört zum Paket

Zum PAKET gehören vier Maßnahmen, die in der Ersten Hilfe immer richtig sind:

Kontrolliere immer wieder die Atmung und schaue nach dem Zustand des Betroffenen!

Notruf: Schon erledigt?

Erhalte die Eigenwärme: Eine Rettungsdecke wärmt und gibt ihm ein sicheres Gefühl. Lege die Rettungsdecke über und unter den Betroffenen!

Tröste und betreue den Betroffenen: Tu das auch bei Bewusstlosen!

Kurze Zeit später kommt der Rettungswagen. Die Notfallsanitäter loben Lena und Paul, wie gut sie den Fahrer versorgt haben.
Nun fahren Lena und Paul weiter zur Party – noch etwas aufgeregt, aber glücklich.

Und das Paket

Es ist Sommer. Julian und seine Freundin Mandy sind mit ihren Motorrollern auf dem Weg zum Badesee. Dann sehen sie im Graben ein Motorrad. Der Fahrer liegt daneben zwischen Büschen im Gras.

Sofort erinnert sich Julian an den Erste Hilfe-Kurs bei den Johannitern und wie man sich im Notfall richtig verhält:

Sehen

Auf den ersten Blick

Julian und Mandy sehen auf den ersten Blick:
Motorrad und Fahrer liegen neben der Straße.
Der Fahrer bewegt sich nicht.

Schützen

Eigensicherung und Fremdsicherung

Beide halten an und stellen ihre Roller sicher neben die Straße. Auf den Motorrollern gibt es keine Warnwesten und kein Warndreieck. Deshalb können Julian und Mandy die Unfallstelle nicht absichern.

Retten

Retten aus dem Gefahrenbereich

Sie kümmern sich sofort um den Fahrer.
Der Fahrer liegt weit genug entfernt von der Straße. Es drohen keine anderen Gefahren. Deshalb muss der Fahrer nicht aus einem Gefahrenbereich gerettet werden.

Prüfen

Julian spricht den Betroffenen an und rüttelt ihn leicht an der Schulter.
Der Betroffene wacht nicht auf. Und er atmet nicht.
Julian weiß: Er muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen.

Notruf

In der Zeit hat Mandy über das Handy die 112 angerufen.
Sie hat gesehen, was Julian festgestellt hat.
Am Telefon meldet sich eine freundliche, ruhige Stimme.
Mandy berichtet, was passiert ist.

So machst du einen Notruf

Rufe die 112 an!
Gebe Antworten auf die folgenden W-Fragen!

Wo ist es passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Verletzte / Erkrankte gibt es?

Welche Verletzungen / Erkrankungen konnte ich entdecken?

Warten auf Rückfragen!

Helfen

Julian und Mandy müssen zuerst den Helm abnehmen.
Sonst ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht möglich.

So nimmst du den Helm ab

Rufe einen zweiten Helfer dazu!

Legt den Betroffenen zusammen vorsichtig auf den Rücken!
Zusammen nehmt ihr den Helm ab:

Helfer A: Du kniest oben am Kopf. Du hältst den Kopf und den Helm fest.

Helfer B: Du kniest neben dem Betroffenen. Du öffnest den Helm am Verschluss und hebst das Visier.

Helfer B: Du hältst den Kopf und den Hals unten fest.

Helfer A: Du fasst mit beiden Händen in den Helm. Du ziehst den Helm vorsichtig ab.

Helfer A: Du legst den Helm zur Seite ab. Du hältst den Kopf und Hals unten fest.

Wie gehst du dann weiter vor?

Entweder: Wenn der Betroffene bewusstlos ist und atmet, legt ihr ihn jetzt in die stabile Seitenlage.

Oder: Wenn der Betroffene nicht atmet, führt ihr jetzt die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch.

Dann beginnt Mandy mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung: 30 mal drücken, 2 mal beatmen.

Herz-Lungen-Wiederbelebung

So drückst du auf der Brust:

Der Betroffene liegt auf dem Rücken.
Du kniest neben ihm.
Du entfernst seine Kleidung an der Brust.
Du legst eine Hand auf die Mitte der Brust.
Du legst deine zweite Hand auf die erste Hand.
Du streckst deine Arme. Du drückst (6 cm) tief und schnell (100-120 / Min).
Du zählst beim Drücken bis 30.

So beatmest du:

Du überstreckst den Kopf des Betroffenen.
Du hältst seine Nase zu.
Du beatmest langsam von Mund zu Mund.
Du zählst beim Beatmen bis 2.

Dann beginnst du wieder mit dem Drücken auf der Brust.

Du hörst mit dem Drücken und Beatmen nicht auf. Aber du kannst dich mit einem zweiten Helfer abwechseln. Du wartest auf den Rettungsdienst.

Oder: Wenn der Betroffene wieder atmet, hörst du mit dem Drücken und Beatmen auf.

Dann musst du ihn in die stabile Seitenlage legen und ihn weiter betreuen.

…und noch das PAKET!

Nach einiger Zeit löst Julian sie ab.
Beide beachten, welche Maßnahmen aus dem PAKET noch fehlen:

Das gehört zum Paket

Zum PAKET gehören vier Maßnahmen, die immer richtig sind:

Kontrolliere immer wieder die Atmung und schaue nach dem Zustand des Betroffenen. Das machst du immer wieder während der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Notruf: Schon erledigt!

Erhalte die Eigenwärme: Bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung kann der zweite Helfer nur die untere Körperhälfte des Betroffenen zudecken.

Tröste und betreue den Betroffenen: Das geht während einer Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht. Erst wenn der Betroffene wieder selber atmet, dann lege ihn in die stabile Seitenlage und betreue ihn weiter.

Endlich kommen der Rettungswagen und der Notarzt.
Die Notfallsanitäter loben Julian und Mandy ganz besonders.
Dann übernehmen die Rettungskräfte die Wiederbelebung mit ihrem Material.

Im Rettungswagen kann man auf dem Bildschirm das EKG ausschlagen sehen.
Ein Notfallsanitäter lächelt Julian und Mandy an und zeigt „Daumen hoch“.
Da umarmen sich Julian und Mandy erleichtert – Gottseidank!

Und das Paket

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